AXA Handy Versicherung

AXA Handy Versicherung

Gut und überflüssig?

Derzeit bewirbt die AXA recht intensiv ihre AXA Handy Versicherung. Was verbirgt sich dieser Versicherung und ist von ihr zu erwarten?

Zuallererst fällt auf, dass man im Internet nicht so einfach die Bedingungen und Preise findet, sonder sich erst eine App installieren muss, bzw. zu einem Kontaktformular geleitet wird, damit ein regionaler Ansprechpartner mit einem Kontakt aufnehmen kann. Eigentlich ist es ja besser, sich erst vorher schlau machen zu können, bevor man sich eine App installiert, bzw. den Vertreter auf dem Sofa sitzen hat.

Was ist versichert?

Zumindest laut der Werbung auf der Homepage und im Fernsehen sind folgende Bereiche versichert, ich zitiere:

„Unser smartschutz greift in folgenden Fällen:
• Stoß-, Fall-, Bruch- sowie Feuchtigkeitsschäden
• Schäden durch Bedienungsfehler
• Einbruchdiebstahl und Raub “

Also den Bedingungen nach, eine Elektronik Versicherung, wie man sie für Firmen und Unternehmen kennt. Jedoch auch schon von vielen Versicherern, die dieses über ihre Hausratversicherung abdecken können.

Wie ist es versichert?

„Wenn Dein Handy einen Totalschaden hat, ist das Chaos im Alltag vorprogrammiert. Deshalb stellen wir Dir innerhalb von Deutschland binnen 24 Stunden ein gleichwertiges Tauschgerät zur Verfügung. “

Hier fangen die Probleme an, denn auch Reparatur ist in den Bedingungen aufgeführt. Sowie steht dort auch explizit drin, „gebrauchtes“ Tauschgerät. Daher darf man nicht erwarten, ein neues Gerät zu erhalten. Hier fängt meines Erachtens die Bauernfängerei ein bisschen an, da Bedingungen und Werbung auf der Homepage unterschiedlich sind.

Was ist nicht versichert?

Dieses steht natürlich nur im Kleingedruckten. Hier finden sich diverse Dinge, wie zum Beispiel Schäden durch Witterungseinflüsse, Akkus, Abhandenkommen, Beschädigungen die den technischen Gebrauch nicht beeinträchtigen, insbesondere Kratzer, Schramm- und Scheuerschäden, sowie Garantieschäden. Manches ist verständlich, manches birgt ein enormes Konfliktpotential.

Was kostet mich das?

Die Prämien sollen für Android Geräte der Klasse 1 bei 5,99 Euro monatlich anfangen, einschließlich einem Selbstbehalt von 25 Euro für jeden Schaden der über einen von der AXA beauftragten Dienstleiter stattfindet, ansonsten sind es 75 Euro Selbstbehalt.

Für Geräte der Klasse 2, wo die meisten hineinfallen dürften, zumindest recht günstiges Motorola Moto Z, ist schon ein Beitrag von 8,99 Euro im Monat fällig, zuzüglich einem Selbstbehalt von 50 Euro pro Schaden, wenn er von einem AXA Dienstleister durchgeführt wird.

Lohnt sich die AXA Handy Versicherung?

Wie auch schon bei allen anderen Handy Versicherungen ist der Nutzen stark begrenzt. Die AXA Handy Versicherung geht kein Risiko ein, Bedingungen und Preise lohnen sich eher nicht.

Nehmen wir mein durchschnittliches Moto Z. Kostenpunkt neu derzeit ca. 250 Euro, lange Zeit um die 350 Euro. Sollte diese durch einen versicherten Schaden zerstört werden, bekomme ich nur wieder ein gebrauchtes Gerät, welches gleichwertig ist. Dieses heißt, dass es nicht unbedingt ein Moto Z sein muss, sondern ein anderes in der gleichen Klasse. Hier sehe ich den ersten großen Haken. Es wird mir nicht das gleiche Gerät zugesichert. Der nächste große Haken ist, dass es kein neues ist, sondern nur ein gebrauchtes Gerät.

Das bedeutet, wir haben hier nur eine, ich nenne sie mal „Gebrauchtgeräteversicherung“.

Meiner Erfahrung nach fällt ein Handy nicht dauernd so herunter, dass das Display bricht. Mir passiert das alle 3-4 Jahre, nehmen wir mal an, es passiert alle ca. 2 Jahre. 2 Jahre Prämie wären ca. 8,99 Euro im Monat mal 24 Monate 215,76 Euro zuzüglich den 50 Euro Selbstbehalt. Damit wäre ich schon bei 265,76 Euro. Entweder könnte ich mir damit selber fast ein neues gleiches Gerät kaufen, bzw. sicherlich das gleiches Gerät gebraucht, aber günstiger.

In Anbetracht der Bedingungen und des Preises muss ich daher sagen, lieber selber im Monat einen 10er zurücklegen, da hat man mehr von. Handyversicherungen bleiben weiterhin überflüssig, man selbst kann sie über die Jahre gerechnet mit einem Sparschwein günstiger darstellen. Und wenn nichts passiert ist, kann man sich davon ein Wochenend-Urlaub gönnen oder sehr schön Essen gehen.

 

Christophe Miege

In den ersten Jahren in Funktion als Bezirksleiter für die DBV-Winterthur (AXA nach Übernahme) tätig, danach der Wechsel vor zehn Jahren in den Status als freier Versicherungsmakler.
Der Beruf wurde zur Berufung. Das Ziel ist ein positives Beispiel in der Branche zu sein. Mandanten und Interessenten in Ostwestfalen unabhängig, fair und verständlich zu beraten und dauerhaft zu betreuen.
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