Was ist der CAP in der Index-Rentenversicherung?

Veröffentlicht von Christophe Miege am

Es klingt ein bisschen wie ein mathematisches Wunder. Die Versicherer versprechen tolle Renditen ohne Risiko auf Verluste. Ein großer Trend der letzten Jahre waren die sogenannten Index-Rentenversicherungen. Dieses Produktmuster wurde bei zahlreichen Versicherern eingeführt. Hierzu heute eine kleine Erläuterung eines der wichtigsten Begriffe und Funktionsmerkmale, dem CAP. Der CAP in der Index-Rentenversicherung ist ein wichtiges Stellelement für die Rentabilität des Produktes. Folgend mehr hierzu.

Was ist der CAP in der Index-Rentenversicherung?

Entgegen der oftmals angetroffenen Meinung, wird in den Index-Rentenversicherungen keine Investitionen direkt in Aktien durchgeführt, sondern in Optionen auf einen Index.

In den Index-Rentenversicherungen wird dann anhand eines gewählten Index, meist dem DAX, eine monatliche Rendite festgestellt. Diese monatlichen Renditen werden auf 12 Monate addiert und ergeben eine Jahresrendite. Aber. Nur das große Aber. Negative Monate werden in allen mir bekannten Produkten voll berechnet, positive Monate beim CAP gekürzt. Das heißt, wenn im März der gewählte Index um 10% steigt, werden bei einem CAP von 2,5%, nur 2,5% angerechnet. Folgend ein schematisches Beispiel mit einem CAP bei 2,5% und 2,25%, wie schon teilweise anzutreffen ist:

MonatRendite vor CAPRendite nach CAP 2,5%Rendite nach CAP 2,25%
Januar4%2,5%2,25%
Februar4,5%2,5%2,25%
März-10%-10%-10%
April2%2%2%
Mai3%2,5%2,25%
Juni1%1%1%
Juli-5%-5%-5%
August4%2,5%2,25%
September3%2,5%2,25%
Oktober5%2,5%2,25%
November-2%-2%-2%
Dezember1%1%1%
9,5% ohne CAP2% nach CAP0,5% nach CAP

Wie man in diesem etwas vereinfachten Beispiel sieht, eine kleine Absenkung von 0,25% kann schon 1 bis 2% Gesamtrendite kosten.

Wofür ist der CAP da?

Stark vereinfacht gesagt, sichert er die Rendite des Versicherers in Zeiten mit geringen Überschüssen. Die Optionen auf den Index werden aus den Überschüssen der eingezahlten Prämie gekauft. Je geringer der Ertrag des Versicherers, desto niedriger wird er den CAP ansetzen, da der den CAP übersteigende Teil der Rendite dem Anbieter als Gewinn zukommt. Somit wird die Option auf den Index günstiger. Mit geringeren Überschüssen kann so die Option günstiger eingekauft werden, zu Lasten des Versicherten.

Wie sicher ist der CAP?

Der CAP wird vom Versicherer jedes Jahr neu festgelegt. Dieses wird dem Versicherten mitgeteilt, unserer Erfahrung nach, interessiert es leider die meisten Versicherten nicht. In den letzten Jahren ist der CAP bei den meisten Produkten nach und nach gesunken. Die Grund ist sicherlich in der sinkenden Überschussbeteiligung zu suchen. Da bei anhaltender Niedrigzinsphase zu erwarten ist, dass die Überschüsse weiter sinken, bzw. niedrig bleiben werden, ist auch ein Anstieg des CAP’s nicht zu erwarten. Festzuhalten bleibt, es gibt keine Garantie auf die Höhe des CAP’s.

Meinung/Empfehlung

Auch hier ist die Wahl der Gesellschaft entscheidend für den Anlageerfolg. Je niedriger der CAP, desto unwahrscheinlich eine gute Rendite mit dem Produkt. Die Beobachtung der ersten Produkte, die so auf den Markt gekommen sind, ist eher ernüchternd. Eine gute und günstige Fondspolice mit ETF’s und eventuell Sicherungsmechanismen entwickelt noch immer mehr Rendite bei vertretbarem Risiko. Dieses ist eher ein Produkt für Menschen, welche kein Risiko gehen möchten. Für diese ist aber zu überdenken, ob dann nicht doch weiterhin eine klassischen Rentenversicherung eher geeignet ist. Für Menschen mit Renditeerwartungen, sollte hingegen eher in den Markt der Fondspolicen geschaut werden, je nach Risikoneigung mit dem entsprechenden Produkt.

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Christophe Miege

Zu Beginn Ausbildung und Tätigkeit als Bezirksleiter für die DBV-Winterthur (später AXA) bin ich in 2008 in den Status des unabhängigen Versicherungsmaklers gewechselt. Der Beruf ist Berufung. Ziel ist es jeden Tag ein positives Beispiel in der Branche zu sein. Mandanten und Interessenten in Ostwestfalen unabhängig, fair und verständlich zu beraten und dauerhaft zu betreuen. Mir Zeit für die Gespräche zu nehmen. Im Schadensfall an Ihrer Seite zu stehen, bei Vertragsfragen immer kompetent unterstützen zu können. Nicht durch einen Anzug zu blenden, sondern nur durch Fachwissen, Können und Erfahrung zu strahlen. Nebenbei bin ich ein sehr IT-affiner Mensch. Mit 13 den ersten Commodore, aktuelle Entwicklungen immer verfolgt, Programmieren ist Entspannung, mit einer starken Neigung Richtung Datenschutz und Opensource-Software, sowie hier als Blogger um aktuelle Entwicklungen in der Branche zu teilen. Schwerpunkte, auch wenn es ja eigentlich nur einen Schwerpunkt geben kann, ist einmal der Themenbereich "Wert der eigenen Arbeitskraft" mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und ihren Alternativen, sowie der Bereich der privaten und gewerblichen Sachversicherung, mit der Spezialität der Gebäudeversicherungen, seien es Fachwerkhäuser, Denkmalschutz oder gewerbliche Objekte mit erheblichen Brandlasten. Gerne bin ich für Sie auch persönlich ansprechbar, egal ob Online oder Offline.

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