Baukosten immer höher – Auswirkungen auf die Gebäudeversicherung

,

Baukosten immer höher

Laut einem Artikel aus Der Welt steigen die Kosten für Handwerker immer stärker. Inzwischen ca um das doppelte der Inflation, teilweise um bis zu 20 Prozent. Dieses wird Auswirkungen auf die Gebäudeversicherung haben.

Der gleitende Neuwertfaktor, welcher jährlich angepasst wird, enthält zu 80 Prozent den Baupreisindex für Wohngebäude und zu 20 Prozent den Tariflohnindex für das Baugewerbe. Zusätzlich zu den erhöhten Schadensaufwendungen auf Grund von klimatischen Ereignissen, ist damit auch in den kommenden Jahren wieder mit stärker steigenden Versicherungsprämien für Gebäudeversicherungen zu rechnen.

Ist dieses soweit fair?

Im Prinzip ja, da beispielsweise im Totalschadensfall das Haus jeweils zu den aktuellen Baukosten wiederhergestellt werden muss. Das bedeutet, auch wenn das Haus 20 Jahre zuvor erheblich weniger gekostet hat, so sind die jeweils aktuellen Baukosten für die Wiederherstellung ausschlaggebend.

Vorsicht vor Unterversicherung

Immer öfter erleben wir, dass Versicherungspolicen falsch, also meist zu niedrig abgeschlossen sind. Dieses resultiert oftmals aus Wertberechnungen von Neubauten mit viel Eigenleistung. Hierbei wird vergessen die Eigenleistung als Wert des Gebäudes mit zur Versicherungssumme hinzu zu zählen. Wenn dann jedoch 20 Jahre später ein Schadensfall eintritt, so ist man oftmals nicht mehr in der Lage, die damals erbrachten Eigenleistungen wieder zu erbringen, so dass die hierfür notwendigen Löhne nicht mitversichert sind und somit die Police in eine Unterversicherung führt.

 

Leerstehende Gebäude in der Gebäudeversicherung

,

Leerstehende Gebäude in der Gebäudeversicherung

Das so ziemlich unbeliebteste Risiko eines Gebäudeversicherers sind leerstehende Gebäude. Oftmals geschieht dieses, wenn ein Mieter ausgezogen ist und kein Nachmieter schon vorhanden ist. Des Weiteren haben viele Versicherer Quoten, wie beispielsweise mehr als 50% Leerstand. D.h. wenn zwei von drei Wohnungen, auch der Fläche nach überwiegend, unbewohnt sind, ist dieses ein Leerstand für den Versicherer.

Wieso ist das so?

Aus auch sehr nachvollziehbaren Gründen, ist ein leerstehendes Gebäude eine große Gefahrerhöhung für den Gebäudeversicherer. Heizung, Leitungswasser und Elektrik sind nicht unter regelmäßiger Kontrolle, im Schadensfall wird der Schaden erst wesentlich später bemerkt, so dass die Schadensauswirkungen oftmals viel größer sind, als sie im Falle eine bewohnten Gebäudes wären. Beispielsweise wird ein Brand erst von Nachbarn bemerkt, wenn das Feuer sich schon stark ausgebreitet hat, ein Leitungswasserschaden erst nach einigen Tagen oder Wochen. Ein undichtes Dach durch einen Sturm wird eventuell erst bemerkt, wenn der Schimmel im Haus angesetzt hat. Es gibt viele mögliche Ursachen, welche im Falle eines bewohntes Gebäudes sofort bemerkt werden, aber beim leerstehende Gebäude oftmals leider nicht.

Was ist zu beachten?

Melden Sie ein leerstehendes Gebäude sofort dem Gebäudeversicherer. Gemäß allen uns bekannten Versicherungsbedingungen ist das eine Ihrer Obliegenheiten. Es stellt eine erhebliche Gefahrerhöhung dar und wird dann in der Regel vom Versicherer individuell betrachtet.

Bei einem Leerstand auf Grund wechselnder Mieter kommt es immer darauf an. In vielen Verträgen stehen Fristen, ab welchem Zeitraum der Leerstand gemeldet werden muss. Oftmals bestehen dann die Mindestauflagen, das Wasser am Hauptwasserhahn abzustellen, das Gebäude zu beheizen und regelmäßig zu begehen. Das reine regelmäßige begehen eines Gebäudes führt jedoch nicht dazu, dass es kein Leerstand mehr ist.

Fazit

Melden Sie ein leerstehendes Gebäude sofort Ihrem Versicherer. Sprechen Sie mit ihm über die Möglichkeiten. Ist es nur ein kurzfristiger Leerstand auf Grund Mieterwechsel? Wird das Haus eventuell gerade renoviert? Es kann viele gute Gründe geben, auf welche sich Ihr Versicherer auch einlassen wird, jedoch oftmals mit Zuschlag. Alles andere könnte Ihren Versicherungsschutz gefährden und bedeutet Ärger für beide Seiten.

Unbenannte Gefahren in der Gebäudeversicherung

,

Unbenannte Gefahren in der Gebäudeversicherung

Immer wieder stellt sich natürlich die Frage, welche Leistungen benötige ich in der Gebäudeversicherung. So manche Leistung ist eher als Luxus zu betrachten, jedoch können andere Leistungen einen erheblichen Mehrwert bieten. Hierzu eine kleiner Abriss zum Thema „unbenannte Gefahren in der Gebäudeversicherung“.

Hierzu würde ich die unbenannten Gefahren zählen, welche doch öfter mal als Schaden auftreten.

Was sind unbenannte Gefahren in der Gebäudeversicherung?

Wie der Begriff schon so ein bisschen aussagt, sind es Gefahren, also Schäden hieraus, die nicht benannt sind. Hierbei sollte man sich anschauen, wie eine Versicherung aufgebaut ist. In den Versicherungsbedingungen ist in der Regel immer aufgezählt (bis auf wenige Ausnahmen), was wie versichert ist.

Ein Beispiel aus den VGB2008

1. Versicherungsfall
a) Der Versicherer leistet Entschädigung für versicherte achen, die durch
aa) Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung;
bb) Leitungswasser;
cc) Sturm, Hagel zerstört oder beschädigt werden oder abhanden kommen.
b) Jede der Gefahrengruppen nach aa) – cc) kann auch einzeln versichert werden.

In den weiteren Abschnitten wird dann weiter definiert, was dann wie genau versichert ist.

Für Schäden aus nicht aufgeführten Ereignissen, also Gefahren, wird dann dementsprechend kein Schadensersatz geleistet. Hieraus resultiert öfters mal Ärger und Unverständnis, „wieso denn nun mein Schaden“ nicht gezahlt wird. Pauschal gesagt, es wird nur gezahlt was halt auch versichert ist.

Die Klausel oder Bedingungserweiterung „unbenannte Gefahren“ erweitert dann die bestehenden Bedingungen um den Passus

sonstige, in den Versicherungsbedingungen und diesem Leistungsverzeichnis nicht ausdrücklich ein- oder ausgeschlossene, durch plötzliche Einwirkung von außen eintretende unbenannte Gefahren

Natürlich ist das keine Vollkasko Versicherung gegen alles, da man weiterhin die Bedingungen sehr genau lesen sollten, da vorher ausgeschlossen Gefahren weiterhin ausgeschlossen bleiben, aber niemand weiß, was letztendlich doch noch passieren kann.

Schadenbeispiele

Der häufigste Schaden welcher über die unbenannten Gefahren eintritt, ist eindringendes Wasser ohne äußerlichen Schaden. Zum Beispiel wenn der Sturm bei einem älteren Gebäude Regenwasser durch die Fugen der Dachziegel drückt und hierdurch Decken nässt.

Ein anderes Beispiel ist, wenn im Rahmen eines Sturms Regenwasser durch Mauerritzen oder Belüftungsschlitze ins Gebäude drückt, ohne diese jedoch beschädigt zu haben.

Ein weiterer regulierter Fall auf Grund dieser Klausel war, durch eine Lücke im Dachanschluß über längere Zeit eindringendes Wasser in die Decke und ins Mauerwerk.

Wie man sieht, hat diese Schadensart sehr oft mit Wasser zu tun. Wobei natürlich auch alle anderen möglichen noch nicht bekannten Fälle darüber gedeckt sein können.

Mein Tipp

Vergleichen Sie Ihre Gebäudeversicherung mit den Möglichkeiten am Markt. Oftmals stellen wir fest, dass man für die gleiche oder eine geringere Prämie eine erheblich bessere Absicherung erhält. Ein Gebäude ist ein Vermögenswert, an welchem nicht falsch gespart werden sollte.

Gerne stehe ich Ihnen als Experte für Gebäudeversicherung helfend zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin mit mir.

 

 

Nässefolgeschaden in der Gebäudeversicherung

,

Schadenbeispiele: Nässefolgeschaden in der Gebäudeversicherung

In der kommenden Zeit werde ich immer mal wieder auf einige Schadenbeispiele eingehen die so den Alltag oftmals bestimmen. Leider gibt es immer wieder für klar gelagerte Schadenfälle Probleme mit dem jeweiligen Versicherer, wie manchmal mit dem Nässefolgeschaden. Es soll auch verdeutlicht werden, weshalb der manchmal etwas teurere Versicherer doch sein Geld wert sein kann.

Eine der häufigsten Schadensarten in der Gebäudeversicherung ist der Leitungswasserschaden. Ca. alle 30 Sekunden geschieht ein Leitungswasserschaden in Deutschland. Dieses ist jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt.

Der Nässefolgeschaden

Auszug aus allgemeinen Gebäudeversicherungsbedingungen VGB2008

3. Nässeschäden
Der Versicherer leistet Entschädigung für versicherte Sachen, die durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser zerstört oder beschädigt werden oder abhanden kommen. Das Leitungswasser muss aus  Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen) oder damit verbundenen Schläuchen, den mit diesem Rohrsystem verbundenen sonstigen Einrichtungen oder deren wasserführenden Teilen, aus Einrichtungen der Warmwasser- oder Dampfheizung, aus Klima- Wärmepumpen oder Solarheizungsanlagen, aus Wasserlösch- und Berieselungsanlagen sowie aus Wasserbetten und Aquarien ausgetreten sein. Sole, Öle, Kühl- und Kältemittel aus Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen sowie Wasserdampf stehen Leitungswasser gleich.

Schadenbeispiel Heizkreisverteiler

Wie man hier liest, geht es in diesem Teil aus dem Bereich Leitungswasser um das ausgetretene Wasser – auch wenn die Sache selber nicht versichert gewesen sein mag. Dieses kann beispielsweise bei Armaturen vorkommen, welche nicht in allen Bedingungswerken versichert sein müssen. Eine Armatur ist beispielsweise ein Hahn, Absperrventil oder auch ein Heizkreisverteiler. Dieses bedeutet, dass der Heizkreisverteiler einen Schaden nimmt und das ausgetretene Leitungswasser eine weitaus größeren Folgeschaden verursacht.

Der Versicherer, je nach Bedingungswerk, wird den Heizkreisverteiler, also die Armatur oftmals nur begrenzt oder gar nicht regulieren. Der Folgeschaden auf Grund des ausgetretenen Wassers, also der Nässefolgeschaden, muss voll von dem Versicherer erstattet werden. Dieses können feuchte Wände – die Trocknung und eventuell neue Tapezierung – ein zerstörter Gehäuse des Heizkreisverteilers, Schäden an Böden, Decken, etc. sein.

So manche Versicherer versuchen sich leider immer mal wieder komplett aus der Leistung zu ziehen. Hierbei teilen sie im ersten Schreiben erst einmal mit, dass der Schaden nicht versichert sei. Quasi nach dem Motto, „versuchen kann man es ja erst einmal“. Dieses ist eine Erfahrung der letzten 2-3 Jahre aus den Schadenregulierungen. Es sind auch immer wieder die gleichen Versicherer.

Urteil hierzu

LG Karlsruhe, Urteil v. 2.12.2012, 9 S 401/11

Wie dem Urteil vom Landgericht Karlsruhe zu entnehmen ist, zählt der Heizkreisverteiler nicht zum Rohrsystem des Leitungswassers, jedoch ist der Folgeschaden aus dem bestimmungswidrig ausgetretenem Leitungswasser zu ersetzen.

Mein Fazit

Schauen Sie sich die Tarife genau an. Oftmals gibt es für geringere Prämien bessere und leistungsstärkere Tarife. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt wäre aber auch sich die Leistungsbereitschaft des Versicherers im Schadensfall mit zu beurteilen. Was nützt einem der beste Tarif, wenn bei jedem Schaden Ärger ins Haus steht? Zählen Sie hier auf meine Berufserfahrung bei der Auswahl des richtigen Versicherers. Gerne beraten wir Sie auch vor Ort in Hille, Minden, Petershagen oder Umgebung, damit Sie Ihr Eigentum gut, günstig und hochwertig absichern können. Jetzt Ihren Termin vereinbaren!

Wegfall des Regressverzichtsabkommen der Feuerversicherer in der Gebäudeversicherung

,

Wegfall des Regressverzichtsabkommens der Feuerversicherer zum 01.01.2018

Das Regressverzichtsabkommen der Feuerversicherer aus dem Jahr 1961 ist mit Wirkung zum 01.01.2018 beendet worden. Was bedeutet das im Allgemeinen für Gebäudeinhaber?

Bedeutung

Das Regressverzichtsabkommen sollte den Kunden einer Feuerversicherung im Falle eines Brandes davor schützen in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Dieses wäre geschehen, wenn der Brand des eigenen Gebäudes auf ein fremdes benachbartes Gebäude übergesprungen wäre. Hier hat bisher jede Gebäudeversicherung ihren Schaden am jeweils versicherten Gebäude selbst beglichen und kein Regress am Brandverursacher genommen.

Da nun aber jeder die Möglichkeit hat, sich gut und günstig im Rahmen einer Haftpflicht dagegen abzusichern, besteht in der heutigen Zeit keine Notwendigkeit mehr für dieses Abkommen zwischen den Feuerversicherern.

Wie nun absichern?

In der Gebäudeversicherung selber ändert sich für die versicherten Gebäude und Kunden nichts. Jedoch sollte der eigene Haftpflichtschutz oder Betriebshaftpflichtschutz überprüft werden.

Angeraten sind mindestens 5 Mio Euro Deckung. Sofern der Verdacht besteht, dass nebenstehende Gebäude einen noch höheren Wert haben können, hierzu zählen auch Architekten- und Planungskosten zum Beispiel, sollte man dementsprechend eine höhere Deckung wählen. Dieses kann vor allem im gewerblichen Bereich der Fall sein.

Des Weiteren sollte bedacht werden, dass durch die bei einem Brand entstehende Hitze Gebäude mit einer Entfernung von 20-50m dennoch schwer beschädigt werden können.

Daher, ob privat oder gewerblich, prüfen Sie ihre Haftpflichtversicherung auf eine ausreichende Deckung.

Für mehr Infos stehen wir natürlich Ihnen gerne beratend zur Seite. Jetzt Ihren Termin vereinbaren.

Wert 1914

,

Der Wert 1914

Was ist der Baupreisindex?Der Wert 1914, auch Gebäudeversicherungswert 1914 genannt, ist ein fiktiver Wert, bezogen auf das Jahr 1914, in welchem die Währung goldgedeckt war und die Baupreise „stabil“ waren. Dieser hilft bei der Ermittlung eines aktuellen Neubauwertes in Verbindung mit dem Baupreisindex. Es kann als eine Art Basisjahr gesehen werden.

Die Grundproblematik, welche dahinter steckt ist, dass ein Gebäude im Jahr 1970 einen anderen Neubauwert hatte, als wenn dieses Gebäude in gleicher Art und Weise im Jahr 2017 neu gebaut wird. Daher ist diese Ermittlung des jeweils aktuellen Neubauwertes für die Versicherung und richtige Absicherung sehr wichtig.

Wert 1914 = Neubauwert in Euro / Baupreisindex

Gleitender Neuwertfaktor

Eine weitere Rechengröße ist der gleitende Neuwertfaktor. Mit Hilfe des gleitenden Neuwertfaktors kann der jeweilige Versicherer die Prämie berechnen.

In der Regel errechnet sich diese auf Grund das Wert 1914, dem jeweiligen Prämiensatz des Versicherers und dem gleitenden Neuwertfaktor.

Dieser gleitenden Neuwertfaktor, errechnet vom Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) setzt sich aus 80% des Baupreisindex und 20% des Tariflohnindex zusammen, so dass die Preissteigerungen im Baugewerbe berücksichtigt werden. In den Jahren 1998 und 2000 gab es sogar eine Senkung, bzw. Stagnation des Index auf Grund nicht gestiegener Kosten. Die Steigerung von 2016 zu 2017 betrug ca. 2,1%, was ungefähr der Inflation und Lohnerhöhungen entsprechen sollte.

Zusammenfassen kann man sagen

Wert 1914 = Grundwert aller Berechnungen, für die Ermittlung des aktuellen Neubauwert bei älteren Immobilien (sowie auch jüngeren) und Ermittlung der Versicherungsprämie

Baupreisindex = festgelegter Faktor des statistischen Bundesamtes, welcher die Rückberechnung des Wert 1914 ermöglicht, sowie die Hochrechnung des aktuellen Neubauwertes

gleitender Neuwertfaktor = Hilfsfaktor auf Basis der aktuellen Preissteigerung der Baukosten und Baulöhne zur Ermittlung der Versicherungsprämie und hieraus resultierenden Prämiensteigerung, bzw. Prämiensenkung.

Wenn Sie Fragen zur Welt der Versicherungen haben, einfach über das Kontaktformular melden. Gerne will ich dieses erklären und hier veröffentlichen.

Besonderheiten in der Gebäudeversicherung

,

Besonderheiten in der Gebäudeversicherung

Auf Grund der Vielfalt des Marktes gibt es immer mal wieder so einige Besonderheiten, aber auch zu beachtende Punkte bei der Wahl einer Gebäudeversicherung.

Gebäudealter

Hier gilt in der Regel das Baujahr des Gebäudes. Wenn dem Gebäude nachträglich Anbauten hinzugefügt wurden, prinzipiell das Baujahr des ersten Gebäudes. Das Gebäudealter ist oftmals ein wichtiges Kriterium für die Berechnung der Prämie geworden.

Sanierungen

In fast allen Bedingungen, bzw. Annahmerichtlinien der Gebäudeversicherer, gibt es oftmals nur bei eine kompletten Kernsanierung eine Besserstellung des Gebäudealters. Hier ist auch zu beachten, dass oft nicht ausreicht, nur das Dach neu eingedeckt zu haben, sondern auch der Dachstuhl komplett saniert sein muss. Das bedeutet, alle Stromleitungen, alle wasserführenden Leitungen, sowie das Dach in Gänze müssen hierzu saniert worden sein.

Ausnahmen

Einige wenige Gebäudeversicherer, meist kleinere solide Vereine, legen hier andere Beurteilungsmethoden vor, die oftmals wesentlich kundenfreundlicher sind. Und oftmals sogar günstiger in der Prämie.

All-Risk-Deckung

In einigen Tarifen finden sich sogenannte All-Risk-Deckungen, manchmal auch „unbenannte Gefahren“ genannt. Diese erweitert die normalen Bedingungen, welche in der Regel gegen Feuer, Sturm und Leitungswasser absichern, neben den Elementargefahren, das Bedingungswerk um Schäden aus Gefahren, welche heute noch nicht benannt und bekannt sind.

Hier ist gleichfalls darauf zu achten, welche Risiken dennoch wiederum ausgeschlossen sind.

Windstärkenregelung

Bei den meisten Gebäudeversicherungstarifen besteht für den Fall von Sturmschäden dieWindstärkenregelung. Das bedeutet, dass meistens eine Windstärke von 8 am Schadentag bestanden haben muss, damit ein Sturmschaden als Sturmschaden auch anerkannt und damit natürlich auch reguliert werden muss.

Hierzu beziehen sich die Versicherer auf Datenbanken, welche in Zusammenarbeit mit den Wetterdiensten diese Daten liefern.

Jedoch kann es vorkommen, dass sehr lokale Böen auftreten, welche einen Schaden verursachen können, aber nicht in einer dieser Datenbanken erfasst wurde. Dann beginnen oftmals die Probleme mit dem Versicherer zur Regulierung dieses Schadens.

Auch hier gibt es recht einfache Lösungen. Einige Versicherer verzichten auf diese sogenannte „Windstärkenregelung“ und haben in ihren Bedingungen keine Mindestwindstärke festgelegt.

Für weitere interessante Fragen zum Thema Versicherungen können Sie mir einfach eine E-Mail zukommen lassen, oder über das Kontakt Formular anfragen.

 

 

 

Elementarschäden in der Gebäudeversicherung

,

Elementarschäden in der Gebäude- und Hausratversicherung

Wie in letzter Zeit durch die Unwetter geschehen und in den Medien öfters zu lesen, gab es in zahlreichen Gebieten, welche normalerweise nicht durch Überschwemmungen gefährdet sind, viele und teure Elementarschäden.

Was leistet eine Elementarschadenversicherung?

Der oftmals zusätzlich als Baustein einzuschließende Bereich der Elementarschäden umfasst den Schutz gegen Ereignisse wie

  • Überschwemmung, Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdsenkung, Erdrutsch
  • Schneedruck, Lawinen
  • Vulkanausbruch

Oftmals denkt man, „mich kann es ja nicht treffen“. Klar, viele Gebiete sind wenig durch Erdbeben gefährdet, als beispielsweise die Rheinebene, Lawinen sind in Norddeutschland sicherlich unwahrscheinlicher als in Garmisch-Partenkirchen. Aber das Risiko von Überschwemmung, Erdrutsch und Rückstau ist überall vorhanden.

Aus unserer Erfahrung heraus, reicht ein schon leicht höher liegendes Feld in der Nähe der Siedlung, um diese mit Matsch komplett zu schädigen. Ein Rückstau ist gerade in städtischen Gebieten durch die stark versiegelten Flächen immer eine große Gefahr.

Was kostet mich die Elementarschadenversicherung?

Meist weniger, als viele denken. Da jeder Tarif immer etwas anders ist, kann ich nur eine pauschale Aussage treffen. Bei guten Versicherern liegt der Aufpreis meist so bei ca. 15% der ursprünglichen Prämie. Also bei einer Jahresprämie von ca. 300 gerade 45-50 Euro im Jahr.

Worauf sollte man achten?

Auf vieles. Auf die vereinbarten Selbstbehalte, auf die Versicherungsbedingungen, auf eventuelle vorgeschriebene Sicherungsmaßnahmen, wie Rückstauventile etc. Hier ist jeder Versicherer anders, mal kundenfreundlicher, mal weniger kundenfreundlich.

Meine Empfehlung

Daher ist es immer sehr empfehlenswert dieses Risiko der Elementarschäden in der Gebäudeversicherung, wie auch in der Hausratversicherung mitzuversichern. Es macht wenig Sinn, das Gebäude beispielsweise versichert zu haben, den Hausrat im Schadensfall nicht ersetzt zu bekommen.

Der Aufpreis ist oftmals sehr überschaubar, der Wert im Schadensfall jedoch sehr hoch.

Gerne stehe ich zu Fragen rundum Gebäude-, Wohngebäude-, Hausrat- und Elementarschadenversicherungen hilfreich mit Erfahrung und Kompetenz zur Seite.

 

Beschwerdequoten Wohngebäudeversicherung

,

Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BaFin), sind im Jahr 384 Verbraucherbeschwerden zur Wohngebäudeversicherung eingegangen. Bei einem Vertragsbestand von ca. 19,3 Mio Verträgen ergibt dieses eine Beschwerdequote von ca. 0,002 Prozent.

In den Vorjahren variierte die Beschwerdeanzahl zwischen 260 und 521. Sicherlich kann dieses von erhöhten Schadensaufkommen durch Großereignisse entstanden sein. Wie diese Beschwerden ausgegangen sind, kann man leider nicht konkret entnehmen.

Jedoch lässt sich feststellen, dass die Zahl der Beschwerden auf die versicherten Gebäude und auch entstandenen Schäden sehr sehr gering ist und nicht davon gesprochen werden kann, dass Versicherer allgemein eine Leistung verweigern.

Wohngebäudeversicherung – Urteil hinsichtlich grober Fahrlässigkeit

,

Was ist passiert?

Auf Grund von Renovierungsarbeiten im Dachgeschoss hat das Ehepaar Gegenstände im Keller eingelagert. Da im Keller kein weiterer Platz vorhanden war, wurden weitere Gegenstände in der zu dem Zeitpunkt nicht in Benutzungen stehenden Sauna eingelagert. Hierzu schaltete die Hauseigentümerin, welche sich nicht mit der Bedienung der Sauna auskannte, das Licht der Sauna ein. Dieser Drehschalter schaltete bei weiterdrehen jedoch auch den Saunaofen ein. Durch eine weitere Drehung an der Rasterung schaltete sich zwar das Licht aus, der Saunaofen blieb jedoch in Betrieb. Durch den hieraus entstandenen Brand wurde ein erheblicher Schaden am Haus des Ehepaares verursacht.

Die Eigentümerin klagte gegen die Versicherung auf Erstattung der vollen Leistung ohne Abzug des Anteils der groben Fahrlässigkeit. Insgesamt wurde die Leistung um 15% gekürzt und sich auf teilweise Leistungsfreiheit berufen.

Wie wurde geurteilt?

Die Eigentümerin berief sich darauf, nicht mit der Funktionsweise des Schalters vertraut gewesen zu sein. Dieses wurde vom Gericht jedoch nicht als Entschuldigungsgrund angenommen, da die Eigentümerin leicht brennbares Material in die Sauna eingelagert hat, sowie der Drehschalter eindeutig beschriftet war, so dass die Eigentümerin sich leicht hätte informieren können. Daher wurde eine Pflichtverletzung festgestellt, welche das gewöhnliche Maß (leichte Fahrlässigkeit) erheblich übersteigt (grobe Fahrlässigkeit).

Ist die Vorgehensweise rechtens?

Ja. In vielen Wohngebäudeversicherungen wird nicht oder nur teilweise auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Wie die Eigentümerin gehandelt hat, ist auch nach subjektiven persönlichen Empfinden als grob fahrlässig zu sehen.

Nachdem mit Beginn 2009 der §81 VVG geändert, auch für bestehende Altverträge, die Quotelung bei grob fahrlässiger Handlung eingeführt wurde, kommt die Eigentümerin sogar besser davon, als wenn der Schaden fünf Jahre vorher eingetreten wäre – hier hätte es sogar passieren können, dass sie keinerlei Entschädigung erhalten hätte.

Welche Konsequenzen sollte man hieraus ziehen?

Ganz einfach. Suchen Sie sich einen Versicherer, der zu 100% auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet – ohne Wenn und Aber. Dieses ist ein Fall, es gibt so viele andere denkbare Fälle, wo durch grob Fahrlässiges Handeln (dieses ist noch kein Vorsatz) ein erheblicher Schaden entstehen kann, so dass bei solch erheblichen Vermögensgegenständen eine sehr gute Wohngebäudeversicherung (muss nicht teuer sein) bestehen sollte.

Weitere Folgen

Es ist davon auszugehen, dass die Eigentümerin in dem Fall eine Rechtsschutzversicherung hatte. Die aus diesem Verfahren entstandenen kosten dürften sich auf mindestens 9500 Euro belaufen, sofern Gutachter und Sachverständige hinzu kommen, noch erheblich höher. Hieran sieht man, wenn es um finanziell wichtige Risiken geht, wird es in aller Regel auch vor Gericht sehr teuer, so dass man ohne Rechtsschutzversicherung nicht ohne Probleme sein Recht wahrnehmen kann.