Anzeigefrist in der Unfallversicherung

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Anzeigefrist in der Unfallversicherung

Heutige moderne Unfallversicherungen gehen über die reine einfache Definition von vor einigen Jahren weit hinaus. Dennoch ergeben sich heute noch große Unterschiede in Leistungen, Bedinungen und weiteren Regelungen, welche mal mehr oder weniger kundenfreundlich sein können.

Was machen bessere Tarife aus?

Bessere Tarife leisten mehr als den reinen Begriff der Unfallversicherung. Heute sind oftmals Leistungen wie Insektenstiche, Zeckenbisse und hieraus resultierende Infektionen mitversichert.

Beispiel anhand eines Zeckenbiss

In unserem Beispiel wird in Kind im Alter von fünf Jahren von einer Zecke gebissen. Bis auf den Biss und wiederkehrende Gelenkschmerzen sind keine Folgen zu sehen.

Im Alter von neun Jahren des Kindes treten Nervenschmerzen und Lähmungserscheinungen auf. Es wird die Diagnose Neuroborreliose gestellt.

Im Alter von 13 Jahren wird bei dem Kind auf Grund der Vorerkrankungen ein Invaliditätsgrad von 55% festgestellt. 16 Monate nach der Feststellung melden die Eltern dieses dem Versicherer.

Teilen wir die Versicherer in vier Gruppen auf.

Die Versicherer in Gruppe 1 haben den Punkt Zeckenbisse oder ähnlich gar nicht versichert, daher würde keinerlei Invaliditätsleistung erfolgen.

In Gruppe 2 der Versicherer, muss die Schadenmeldung innerhalb von 24 Monaten nach dem Zeckenstich erfolgen. Auch in diesem Fall würde keine Leistung erfolgen, da die Anzeigefrist überschritten wurde.

Die Gruppe 3 der Versicherer erwarten eine Schadenmeldung spätestens 24 Monate nach Diagnose. Auch in diesem Fall wäre die Schadenmeldung zu spät erfolgt und es würde keine Leistung erfolgen.

In Gruppe 4 der Versicherer, recht wenige, reicht je nach Tarif eine Schadenmeldung nach Feststellung der Invalidität. In dieser kleinen Gruppe würde nun je nach versicherter Höhe eine Leistung erfolgen und das Kind eine Entschädigung erhalten.

Die Grundproblematik

ist darin begründet, dass viele in der Unfallversicherung versicherte Personen meist gar nicht daran denken, nach einem Zeckenstich, bis dahin auch fast immer ohne sichtbare Folgen, dieses ihrer Unfallversicherung zu melden. Meist kommt dieser Gedanke erst auf, wenn eine Invalidität vorliegt. Dieses machen sich viele, oftmals sogar recht teure Versicherer, zu eigenem Nutze.

Daher, immer wieder meine Bitte, lassen Sie sich fachkundig und unabhängig beraten. Oftmals ist es sogar so, dass solch hochwertige Tarife erheblich günstiger sind, als die bisherige Absicherung.

Bewusstseinsstörung in der Unfallversicherung

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Bewusstseinsstörung in der Unfallversicherung

Immer wieder liest oder hört man leider, dass trotz eines Unfalles die Unfallversicherung nicht zahlt. Neben Gründen wie die „Mitwirkung von Gebrechen“ oder allgemeinen Gründen wie „es ist nicht versichert“, ist ein häufiger Grund, dass eine Bewusstseinsstörung in der Unfallversicherung angelastet wird.

Folgen einer Bewusstseinsstörung in der UnfallversicherungWas ist eine Bewusstseinsstörung?

Ohne nun eine abschließende Aufzählung durchzuführen, einige Beispiele. Herzinfarkt, Schlaganfall, Alkoholgenuss, Ohnmacht, etc. Beispiele können sein, dass zum man auf Grund eines Schlaganfalles das Gleichgewicht unglücklich fällt und sich dabei schwere Verletzungen zuführt. Oder auf Grund einer Ohnmacht im Auto von der Straße abkommt und hierbei schwer verunglückt. Ein Sekundenschlaf.  Eine Medikamenteneinnahme, welche man nicht verträgt. Oder oder oder.

Wie man sieht, kann eine Bewusstseinsstörung sehr viel ausmachen, einfach ausgedrückt, einfach alles, wo man gerade nicht bei Bewusstsein gewesen ist.

Was sind die Folgen in der Unfallversicherung?

Viele Unfallversicherer verzichten nicht auf die Einrede einer Bewusstseinsstörung. Das bedeutet, dass im Falle eines Unfalls man nicht seine eigentlich erwartete Leistung von seiner Versicherung erhält. Hierzu gabe es vor kurzem das Urteil am Landgericht Tübingen des verunglückten Tandemsprunges.

Da es letztendlich oftmals um sehr hohe Leistungen, also sehr viel Geld geht, werden die Versicherer, welche sich über diese Klausel aus ihrer Leistungspflicht befreien können, dieses auch tun.

Wie sieht eine gute Formulierung in den Versicherungsbedingungen aus?

Ein Versicherer gibt folgende Erklärung verbindlich in seinen Bedingungen ab.

Bewusstseinsstörungen
Die … sehen keinen Ausschluss von Unfällen durch Bewusstseinsstörungen vor. Daher besteht beispielsweise Versicherungsschutz für Unfälle infolge von Ohnmachts­anfällen, Trunkenheit, Medikamenteneinfluss, Herzinfarkt, Schlaganfällen, epileptischen Anfällen, Übermüdung, Schlafwandeln oder Erschrecken, auch wenn dadurch eine Bewusstseinsstörung ausgelöst wurde.

Dennoch ist definitiv anzuraten, wenn solch ein Fall eingetreten sein sollte, sich rechtskundigen und sachkundigen Beistand zu holen. Versuchen Sie niemals, sei es in der Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallversicherung oder auch Gebäudeversicherung, also in Bereichen in welchen es in Schadenfällen um erhebliche Summen gehen kann, dieses gegenüber einem Versicherer alleine durchzusetzen.

Sie haben weitere Fragen zu diesem Themenbereich? Wünschen eine unabhängige und hochwertige Beratung? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit mir auf.

Tragischer Tandemsprung

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Der Fallschirmspringer-Fall

Wie einer Mitteilung von der D&R Kanzlei zu entnehmen ist, ging eine Verhandlung vor dem Landgericht Tübingen eines bei einem Tandemsprung Geschädigten gegen den Baden-Badener Versicherung (teil der Zürich Versicherung) eher negativ aus.

Hier der Link.

Die grundlegende Problematik war die Klausel der Bewusstseinsstörung im Vertrag des Geschädigten. Wie man leider schreiben muss, eine Folge davon, zu spät Experten eingeschaltet zu haben.

 

 

Bewußtseinstörung in der Unfallversicherung und ihre Folgen

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Bewußtseinsstörung in der Unfallversicherung und ihre Folgen

Wie aus einer Mitteilung von unserem Maklerpool InoBroker zu erfahren ist, gab es kürzlich vor dem Landgericht Tübingen die Güteverhandlung des folgenden Falles.

Eine Person hat einen Tandem Fallschirmsprung geschenkt bekommen. Im Rahmen dessen kam es zu einer unglücklichen Landung, bei welcher sich die Person eine Querschnittslähmung zuzog.

Der Versicherer hat die Leistung in Höhe von 670.000 Euro verweigert, mit der Begründung, dass der Geschädigte bewußtlos war und hieraus eine Bewußtseinsstörung vorgelegen hat. Da der Geschädigte auf den Zuruf des Tandem-Masters „Beine hoch“ nicht reagiert hat, vertritt auch der vorsitzende Richter die Auffassung, dass eine Bewußtseinsstörung vorgelegen hat. Leider hat der Geschädigte keine Rechtsschutzversicherung, da das Prozesskostenrisiko ca. 75.000 Euro beträgt.

Was sind die Konsequenzen aus diesem Vorfall?

Zuerst sollten wir die Unfallversicherung betrachten. Meines Erachtens und meiner Empfehlungen nach, sollten Bewußtseinsstörungen immer in einer Unfallversicherung mitversichert sein. Das geben viele gute und günstige Tarife im Markt her, wobei auch hier auf die Feinheiten der einzelnen Bedingungen zu achten ist. Hier liegt meines Erachtens der erste Beratungsfehler vor, sofern der Geschädigte bei einem Makler war.

Des Weiteren wird hier die Wichtigkeit einer Rechtsschutzversicherung wieder deutlich. Ohne den Versicherungen prinzipiell misstrauen zu wollen, ist es jedoch oftmals bei solch hohen Summen notwendig, sich anwaltlich kompetent vertreten zu lassen. Nicht unbedingt von jedem Haus- und Hofanwalt um die Ecke, sondern von Experten.

Zuletzt zeigt es auch wieder, wie wichtig die Trennung der Rechtsschutzversicherung von allen anderen Verträgen ist. Gerade in Bereichen mit möglichen sehr hohen Forderungen, Haus, Hausrat, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, sollten Interessenkonflikte im Rahmen der Deckungszusage durch den Rechtsschutzversicherer vermieden werden. Das bedeutet, dass eine Rechtsschutzversicherung immer möglichst bei einem Versicherer abgeschlossen werden sollte, welcher nichts mit allen anderen Verträgen zu tun hat oder zu tun haben könnte.

Daher meine Empfehlung, lassen Sie sich fachkundig und unabhängig beraten.

 

 

Keine Unfallversicherung auf dem Weg in die Raucherpause

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Kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz Das Sozialgericht Karlsruhe hat unter dem Aktenzeichen S 4 U 1189/15 entschieden, dass eine Arbeitnehmerin auf dem Weg in die Raucherpause keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz genießt.