Ein Freund leiht sich Ihr Auto und verursacht einen Schaden – was nun?

Veröffentlicht von Christophe Miege am

Trau, schau, wem: Wer sein Kfz gern mal privat verleiht, sollte sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren sein. Das betrifft Bußgelder und Knöllchen ebenso wie die Haftung bei Unfällen. Auch mit Vollkaskoschutz können Kosten anfallen – daher schadet es nicht, im Vorhinein konkrete Abmachungen zu treffen.

Bei Bußgeldverfahren ist die Sache noch relativ klar: Der Fahrer steht in der Pflicht. Gegebenenfalls muss dem Halter nachgewiesen werden, dass er auch gefahren ist, was in der Regel mit dem Messbild geschieht. Da dieses aber gemeinhin eher unscharf ist, muss man nötigenfalls Einspruch einlegen und vor Gericht einen Abgleich von Foto und Person vornehmen lassen. Anders sieht es bei Knöllchen aus: Fürs Falschparken haftet der Halter, der sich dann mit dem tatsächlichen Schuldigen sozusagen inoffiziell einigen muss.

Was ist bei Unfällen?

Um größere Summen geht es meist bei Unfällen. Hier sollte unbedingt geklärt werden, ob der Ausleihende zum Kreis der berechtigten Fahrer gehört (etwa wegen eines Mindestalters). Bei selbst verschuldeten Schäden am eigenen Fahrzeug braucht man eine Vollkaskoversicherung, um nicht auf der Reparaturrechnung sitzen zu bleiben. Doch auch mit Vollkasko können Kosten entstehen, etwa durch eine folgende Beitragserhöhung, eine Selbstbeteiligung, geminderten Fahrzeugwert oder Mietwagengebühren. Es lohnt sich also, vor dem Verleihen alle Eventualitäten zu besprechen.

Was kann man zusätzlich machen?

Grundsätzlich ist der Bereich KFZ in der Privathaftpflichtversicherung ausgeschlossen. Das ist die sogenannte „Benzinklausel“. Andererseits werden die Produkte ständig verbessert, weiterentwickelt, fast immer zu Gunsten der Versicherten.

Inzwischen gibt es auf dem Markt die ersten Privathaftpflichttarife, welche im Fallen von geliehenen (Freund) oder gemieteten (Werkstatt, Autoverleih) Fahrzeugen, den SB in der Vollkasko übernehmen, sowie Kosten für die Rückstufung in der Haftpflicht. Somit kann man endlich ein geliehenes Auto versichern, zumindest einen großen Teil der daraus entstehenden Kosten. Oftmals sind in diesen dann sehr hochwertigen Tarifen weitere Leistungen enthalten, wie Be- und Entladeschäden, welche auch die Haftpflicht des Fahrzeuges schonen können. Daher lohnt es sich immer zu vergleichen, beziehungsweise qualifiziert beraten zu lassen. Manchmal kann der etwas teurere Tarif letztendlich günstiger sein.

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Christophe Miege

In den ersten Jahren in der Funktion als Bezirksleiter für die DBV-Winterthur (AXA nach Übernahme) tätig, in 2008 der Wechsel in den Status des freien Versicherungsmaklers. Der Beruf wurde zur Berufung. Das Ziel war und ist ein positives Beispiel in der Branche zu sein. Mandanten und Interessenten in Ostwestfalen unabhängig, fair und verständlich zu beraten und dauerhaft zu betreuen. Im Schadensfall an Ihrer Seite zu stehen, bei Vertragsfragen immer kompetent unterstützen zu können. Schwerpunkte, auch wenn es ja eigentlich nur einen Schwerpunkt geben kann, ist einmal der Themenbereich "Wert der eigenen Arbeitskraft" mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und ihren Alternativen, sowie der Bereich der privaten und gewerblichen Sachversicherung, mit der Spezialität der Gebäudeversicherungen, seien es Fachwerkhäuser, Denkmalschutz oder gewerbliche Objekte mit erheblichen Brandlasten.

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