Krankentagegeld

Ein wichtiger Baustein der privaten Absicherung ist das Krankentagegeld. Sie ergänzt das Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Hierzu ein kurzer Abriß mit den wichtigsten Punkten.

Als gesetzlich Versicherter beträgt die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber in der Regel 6 Wochen. Danach springt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein. Diese Zahlung erfolgt maximal 78 Wochen lang für das selbe Leiden. Nach drei weiteren Jahren beginnt die Frist erneut.

Wenn man auf Grund einer schweren Erkrankung voraussichtlich länger als die 78 Wochen krank geschrieben wird, sollte man auch rechtzeitig über die Rentenversicherung und einer eventuellen Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen lassen, ob man nicht eventuell berufsunfähig ist.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld

In der Regel alle in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversicherte Personen. Im Rahmen der Familienversicherung mitversicherte Personen sind hiervon ausgenommen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versicherte Selbständige müssen sich selber darum kümmern. Sie haben die Möglichkeit durch einen zusätzlichen Beitrag sich in der gesetzlichen Krankenversicherung abzusichern, oder können sich mit einer privaten Krankentagegeldversicherung absichern.

Wie hoch ist der Krankengeld?

Sofern Sie unter der Beitragsbemessungsgrenze (für 2017 4350 Euro) liegen, wird der niedrigere Wert genommen aus:

  • 70% vom Bruttoverdienst
  • 90% vom Nettoverdienst

Wenn der Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt wird dieser auf die Beitragsbemessungsgrenze gekappt und hiervon wieder 70% berechnet.

Der niedrigste dieser zwei Werte wird dann für die weitere Berechnung heran gezogen.

Hiervon ziehen Sie die Beiträge zur

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung (inkl. Kinderlosenzuschlag)

ab.

Ein einfaches Beispiel.

Ein Arbeitnehmer mit monatlich 3000 Euro Brutto Einkommen, ca. 2164 Euro Netto Einkommen.

Erster Schritt:

70% vom Brutto => 2100 Euro

90% vom Netto => 1948 Euro

hiervon den niedrigeren Wert, also 1948 Euro

Dieses ergibt ein tägliches Krankengeld von ca. 64,92 Euro

Zweiter Schritt

Abzug der hälftigen Anteile zur Rentenversicherung (9,35%), Arbeitslosenversicherung (1,5%) und Pflegeversicherung (1,275%) (eventuell Zusatzbeitrag)

ergibt in unserem Beispiel einen täglichen Auszahlbetrag von ca. 57,12 Euro

Das monatliche Krankengeld beträgt in diesem Fall 1713,60 Euro.

Das Nettoeinkommen sinkt für den Zeitraum der Krankheit um ca. 450 Euro monatlich. Hier muss man sich die Frage stellen, ob man sich das, gerade als Familie, leisten kann.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.