Verkehrsunfall und keine Rechtsschutz-Versicherung

Veröffentlicht von Christophe Miege am

Das Leben schreibt die buntesten Geschichten. Wie so oft, ist der Teufel ein Eichhörnchen und tritt immer erst dann zu Tage, wenn es zu spät ist. Wie auch jetzt wieder ein echter Fall aus dem Alltag eines Versicherungsmaklers. Namen, Orte, geändert, Ablauf jedoch wie erlebt. Leider erlebt man immer wieder Negativbeispiele, wie es nicht laufen sollte, weil Empfehlungen aus den Beratungen nicht angenommen wurden.

Das Mandantenehepaar, nennen wir es A., hat auf eigenen Wunsch eine KFZ Versicherung mit Teilkasko, „… Vollkasko ist nicht nötig, ist ja noch nie etwas passiert…“ und die Rechtsschutz wurde gekündigt, da diese von sich aus eine Änderungskündigung angeboten hatte, um die Prämien anzupassen. Den neuen Beitrag fand das Ehepaar zu teuer, ca 70 Euro im Jahr.

Vor einiger Zeit geschah auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt ein Parkschaden, wie hunderte Male jeden Tag. Hierzu wurde die Polizei gerufen, welche der Unfallgegnerin, nennen wir sie mal B., die Schuld vor Ort zu 100% zugesprochen hat.

Post von der gegnerischen Versicherung

Im Vertrauen auf die Unschuld hat das Ehepaar A. ihr KFZ in der Werkstatt wieder instand setzen lassen. Nach nun einigen Wochen bekam das Ehepaar A. Post vom Versicherer, nennen wie diesen mal C.uk (Ähnlichkeiten wären rein zufällig…), von B.. Dieser sah die Schuld nicht bei B.. Hierzu wurde von C.uk ein Gutachter beauftragt, der dem Ehepaar A. nun eine Teilschuld von 50% zugesprochen hat. Aus dem ca. 6000 Euro Schaden vom Ehepaar A. wurden nun nur ca. 3000 Euro reguliert, der restliche Schaden wird von der Werkstatt vom Ehepaar A. eingefordert.

Was ist geschehen?

Der ein oder andere dafür bekannte Versicherer, ja, die gibt es leider, startet immer wieder den Versuch den Schaden für sich möglichst „klein“ zu halten. Wenn man mit Hilfe eines eigenen Gutachters fast die Hälfte der Kosten einsparen kann und dennoch die eigene Kundin B. hochstufen kann, ist das für den Versicherer C.uk schon ein gutes Geschäft und leider oft praktiziert. Der Geschädigte, in diesem Fall das Ehepaar A. hat nur die Chance sich zu wehren, indem es einen eigenen Anwalt und einen eigenen Gutachter beauftragt. Da die Aussichten nie einem einen 100%igen Erfolg versprechen können, bleibt da natürlich ein Restkostenrisiko, vor dem dann viele Angst haben und auch nicht unbeachtlich ist Bis zur dritten Instanz summieren sich bei einem Streitwert von 3000 Euro ca. 6000 Euro Kosten, ohne Gutachter (Prozesskostenrechner). Aber nur für die erste Instanz betragen die Kosten schon ca. 1400 Euro.

Diese Angst ist natürlich verständlich. Aber hier wurden die ca. 70 Euro jährlich für die Verkehrsrechtsschutz am falschen Ende gespart. Denn diese gesparten ca. 70 Euro wird das Ehepaar A. nun ca. 3000 Euro kosten, sofern Sie nicht bereit sind das Kostenrisiko des Rechtsanwaltes einzugehen.

Leider gibt es immer noch solche Versicherer im Markt. Wie ich pflege zu sagen, sind es meistens die mit der meisten und tollsten Werbung und den besten „Kundenzufriedenheits-Ergebnissen“, welche in der Regel alle selbst beauftragt sind. Also selber gekauft.

Hier kann ich jedem nur raten, sich nicht von solchen Ergebnissen blenden zu lassen. Die meisten Institute existieren nur, weil sie immer wieder besonders gute Testergebnisse erzeugen.

Empfehlung

Allgemein kann ich auf Grund der Erfahrungen und der Kosten in der heutigen Zeit jedem nur empfehlen, mindestens eine Verkehrsrechtsschutz zu haben, sofern man aktiver Teilnehmer im öffentlichen Verkehr ist. Auch der Privatbereich wird immer klagefreudiger, seien es Bewertungen im Internet, Käufe oder sonstige Streitigkeiten. Sehr schnell sehen wir als Maklerbüro dann Kostenabrechnungen von dreitausend, viertausend Euro und mehr, für eigentlich sehr niedrige Streitwerte.

Jeder Verkehrsteilnehmner sollte eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung haben!


Christophe Miege

In den ersten Jahren in der Funktion als Bezirksleiter für die DBV-Winterthur (AXA nach Übernahme) tätig, in 2008 der Wechsel in den Status des freien Versicherungsmaklers. Der Beruf wurde zur Berufung. Das Ziel war und ist ein positives Beispiel in der Branche zu sein. Mandanten und Interessenten in Ostwestfalen unabhängig, fair und verständlich zu beraten und dauerhaft zu betreuen. Im Schadensfall an Ihrer Seite zu stehen, bei Vertragsfragen immer kompetent unterstützen zu können. Schwerpunkte, auch wenn es ja eigentlich nur einen Schwerpunkt geben kann, ist einmal der Themenbereich "Wert der eigenen Arbeitskraft" mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und ihren Alternativen, sowie der Bereich der privaten und gewerblichen Sachversicherung, mit der Spezialität der Gebäudeversicherungen, seien es Fachwerkhäuser, Denkmalschutz oder gewerbliche Objekte mit erheblichen Brandlasten.

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