Versorgungswerke für Ärzte reichen nicht

Veröffentlicht von Christophe Miege am

Liebe Leser,

wie kann etwas soviel sein, was gar nicht da ist? Stehen die Versorgungswerke vor dem Super-Gau und wenn ja was ist zu tun? Ist der Status von Vermögenden gefährdet?

Zum Hintergrund

Die Versorgungswerke haben bei der Altersvorsorge ihr eigene Methode entwickelt, das offene Deckungsplanverfahren. Zwangsbeiträge der Mitglieder werden teils zur Bildung eines Kapitalstocks verwendet und verzinst, teilweise dienen sie für Versicherungszusagen im Todesfall oder bei Invalidität. Und natürlich werden mit den Beiträgen auch die Renten finanziert. Der Zugang an neuen meist jungen Kammermitgliedern fließt in die Berechnung mit ein, wie in der gRV. Dieses System hat lange gut funktioniert. Für eine Ära der Niedrigzinsen ist es jedoch nicht geschaffen. Der Kapitalbedarf ist enorm, der Zinseszinseffekt bleibt jedoch aus. Und das auf lange Sicht.

Die Wissenschaftler Markus Demary und Michael Voigtländer zeichnen Entwicklungen nach, die in Fachkreisen längst bekannt sind, aber in der Öffentlichkeit oft ignoriert werden. Und sie gehen noch weiter: Nach ihrer Modellprognose werden die Zinsen selbst dann niedrig bleiben, wenn die EZB ihre Geldpolitik normalisieren sollte. Und das bis zum Jahr 2050 – soweit reicht ihre Modellrechnung. „Wenn die EZB aus der expansiven Geldpolitik aussteigt, erhöhen sich die Zinsen bis 2025 gerade einmal auf 1,3 Prozent“, heißt es mit Blick auf Deutschland. Danach soll der Zins bis 2050 auf null sinken. Gemeint ist allerdings der Realzins, also das, was der Anleger aufs Konto bekommt, minus der Inflation. Und der Realzins liegt zurzeit ja unter null.

Der 21. August 2019, vor COVID 19

Die Finanzagentur des Bundes legt im Auftrag des Finanzministeriums Staatsanleihen auf. Über sie nimmt der Bund am Kapitalmarkt Geld auf. Bundesanleihen sind somit nichts anderes als Schuldverschreibungen des deutschen Staates. Investoren kaufen Anleihen, obwohl sie dafür negative Renditen erhalten. Selbst bei langen Laufzeiten. Der 21.08.2019 war ein historisches Datum, denn am 21.08.2019 gab Deutschland erstmals eine 30-jährige Anleihe mit einem Kupon von null Prozent aus. Gut ein Viertel der ausstehenden Staats- und Unternehmensanleihen mit einem Marktwert von 14 Billionen Dollar weisen inzwischen Negativ-Renditen auf. Sämtliche vom deutschen Staat ausgegebene Anleihen rentieren im Minusbereich. Das heißt: Die Anleger leihen dem Schuldner Geld und zahlen ihm dafür noch eine Art Gebühr.

In diesem Zusammenhang

Bereits in dem Artikel 10/2012 Capital wurde von einem „Kartell der Geheimniskrämer“ berichtet. Man muss davon ausgehen, dass der interne Rechnungszins, der für die Sicherstellung der Leistungspflichten Verwendung findet, nicht zu realisieren ist. Es bleibt nur eine Reduzierung der Versorgungsleistung und/oder ein späterer Renteneintritt. Die berufsständischen Versorgungswerke können auf keinen anderen Kapital Markt zurückgreifen als den gegenwärtig vorzufindenden. Die Leistungspflicht, basierend auf Pflichtbeiträgen, im Verhältnis zum geringen Zinssatz und Inflationswerten führt wie in der gRV dazu, dass die Renten nicht adäquat angepasst werden können. Eine zusätzliche private Vorsorge ist daher unerlässlich.

Mein Tipp

Lassen Sie sich nicht blenden. Suchen Sie qualifizierte Beratung, gerne stehe ich Ihnen zur Seite.


Christophe Miege

Zu Beginn Ausbildung und Tätigkeit als Bezirksleiter für die DBV-Winterthur (später AXA) bin ich in 2008 in den Status des unabhängigen Versicherungsmaklers gewechselt. Der Beruf ist Berufung. Ziel ist es jeden Tag ein positives Beispiel in der Branche zu sein. Mandanten und Interessenten in Ostwestfalen unabhängig, fair und verständlich zu beraten und dauerhaft zu betreuen. Mir Zeit für die Gespräche zu nehmen. Im Schadensfall an Ihrer Seite zu stehen, bei Vertragsfragen immer kompetent unterstützen zu können. Nicht durch einen Anzug zu blenden, sondern nur durch Fachwissen, Können und Erfahrung zu strahlen. Nebenbei bin ich ein sehr IT-affiner Mensch. Mit 13 den ersten Commodore, aktuelle Entwicklungen immer verfolgt, Programmieren ist Entspannung, mit einer starken Neigung Richtung Datenschutz und Opensource-Software, sowie hier als Blogger um aktuelle Entwicklungen in der Branche zu teilen. Schwerpunkte, auch wenn es ja eigentlich nur einen Schwerpunkt geben kann, ist einmal der Themenbereich "Wert der eigenen Arbeitskraft" mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und ihren Alternativen, sowie der Bereich der privaten und gewerblichen Sachversicherung, mit der Spezialität der Gebäudeversicherungen, seien es Fachwerkhäuser, Denkmalschutz oder gewerbliche Objekte mit erheblichen Brandlasten. Gerne bin ich für Sie auch persönlich ansprechbar, egal ob Online oder Offline.

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